Fishing – Ohne Wasser

Posted by on 22. Oktober 2011

21. Oktober – Fischen – ohne Wasser

Gestern Abend bin ich das erste Mal aus Durbanville weggekommen zu einem unglaublich sinnlosen Projekt. Aber lest selbst …

Freitag, 22.30 Uhr. Es steht eine Nacht im eigenen Bett bevor, wie angenehm. Die letzte Nachtschicht bedarf nicht wirklich eines Berichtes. Es war eine ruhige Nacht, erneut in Haus drei und vier, diesmal anfangs jedoch mit Internetverbindung, da ich mitten im Flur gesessen habe. Die eine Klo-Runde war erneut unproblematisch und morgens musste ich diesmal in Haus drei helfen, weil die CCW aus Haus vier heute freihatte. Nachts habe ich wieder viel geschlafen, sodass ich heute am Vormittag gar nicht mehr viel schlafen konnte.

   Heute Abend bin ich dann zum ersten Mal weg aus Durbanville gekommen und habe etwas unendlich Sinnloses erlebt. Hier in der Gegend möchte jemand einen Weltrekord aufstellen. Offiziell ist dies jedoch bereits im Vorfeld gescheitert, da Guinness aus irgendwelchen Gründen nicht anwesend ist oder es nicht akzeptiert hat, das weiß ich nicht genau. Auf jeden Fall möchte ein Mann einen Rekord im Angelwerfen aufstellen. Er möchte im Zeitraum von vierundzwanzig Stunden am häufigsten seine Angel in einen fünfzig Meter weit entfernten Bereich auswerfen, der abgegrenzt ist. Dieser Bereich ist jedoch nicht, wie beim Angeln anzunehmen wäre, im Wasser, sondern an Land, sodass er seine Rute schneller wieder eingeholt hat, als das im Wasser möglich wäre.

   Manche von uns Volontären sind mehr oder weniger gezwungen worden, beim Zählen der Würfe zu helfen. Für einige stellt dies eine Strafe dar, da sie mit Alkohol auf dem Heimgelände erwischt worden sind, andere sind so bestimmt worden. Einmal elf, und einmal dreizehn Stunden müssen fünf Volontäre dasitzen und zählen. Nach jeweils drei Stunden gibt es jeweils fünfzehn Minuten Pause, in der man zur Toilette gehen kann. Der Angler, dessen Aktivitäten bildlich festgehalten werden, wird in dieser Zeit massiert etc. Er hat einen vorgeschriebenen Bereich, ein eigenes Zelt, einen großen Scheinwerfer und meint es offensichtlich absolut ernst.

   Eben haben wir den Volontären, die zählen müssen, etwas zu essen gebracht. Es ist unglaublich. Auf einem großen Feld, nahe eines Sees steht beziehungsweise sitzt also eine kleine Menschengruppe, dabei ein Zelt und eine Person wirft vierundzwanzig Stunden seine Angel in eine Richtung und holt sie wieder ein. Ich habe selten etwas derart sinnloses gesehen. Ich hoffe, es gibt danach wenigstens eine Spende an das Kinderheim. Diese Aktion ist jedenfalls so sinnlos, dass sie bereits lustig ist. Leider war es bereits dunkel als wir den Ort des Geschehens erreichten. Bei Tageslicht soll es eine schöne Landschaft am See sein, von wo aus man einen guten Blick auf die Berge hat.

   Manche Volontäre müssen heute Nacht um fünf Uhr dort sein, um die anderen abzulösen. Glücklicherweise bin ich nicht dabei.

  Ansonsten gibt es nicht viel Neues. Bei neuen Erlebnissen werde ich weitere Berichte folgen lassen.

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